BLOG

20. Januar 2017

 

Wie bringe ich mir am besten komplexe Songstrukturen, Melodien und Drum Patterns bei?
Im Falle Frank Zappa ist es unbedingt notwendig, die Melodie zu kennen!
Es geht nicht nur darum, was der Schlagzeuger spielt, wie viel Unabhängigkeits- und Koordinationsübungen ich meinem Körper als Nahrungsmittel verabreicht habe. Der Geist muss dahingehend ebenbürtig gefüttert werden!
Was nützt es mir, wenn ich mir so viel Kohlenhydrate verabreiche um richtig satt zu werden, mir aber die Vitamine, Proteine und Spurenelemente in meiner Mahlzeit fehlen?
Richtig, rein gar nichts!
Ich kann meinem Körper so einiges beibringen. Um es mit den Worten Aaron Serfatys, einer meiner Lehrer an der LA Music Academy, der für die Afro-Cuban Class zuständig war, zu sagen: " Ich kann diese komplexen Rhythmen einem Affen beibringen, wenn ich Ihm nur genügend Bananen zur Belohnung anbiete, um die Musik aber authentisch spielen und interpretieren zu können, bedarf es auch Fertigkeiten, die jenseits von körperlicher Koordination liegen."
In Zappas Universum gibt es genügend Kompositionen, wie auch Whats New In Baltimore, die weitestgehend auf Text verzichten um das musikalisch/melodische Statement hervor zu heben und/oder zu umschreiben.
Der beste Weg, um sich Form und Composite Meter Struktur zu merken, ist das mitsingen der Melodie! Dabei kommt es nicht drauf an, wie sicher Deine Intonation ist und Du musst bestimmt kein(e) tolle(r) Sänger(-in) sein.
Erkenne wie sich die Melodie bewegt. Sind es tiefe Töne die sich in die höheren Lagen hin auflösen oder umgekehrt, geht es Kreuz und quer, sind es grosse Sprünge von hoch nach tief...usw. Auf diese Weise kannst Du dein musikalisches Verständnis noch mehr vertiefen bzw. erst so richtig aufbauen und in Form bringen.
Um mit diese Methode Songs zu lernen, musst Du nicht mal wissen, um welche Taktarten es sich überhaupt handelt. Gut zu wissen ist es allemal. Der kreative Prozess, sich Drumparts auszudenken, heraus zu hören, transkribieren und dann nach eigener Auffassung und eigenem Stil/Geschmack zu verändern, wird Türen öffnen, die vorher vielleicht nicht da waren.
Jeder Mensch kennt das Phänomen des Ohrwurms. Es wird ein Evergreen im Radio gespielt, tausend mal hat man diese Melodie schon gehört, automatisch summt oder singt man sie mit. Im Auto, morgens beim Frühstück, auf der Arbeit...
Es verfolgt Dich den ganzen Tag und Du ertappst Dich dabei wie Du die Melodie bei alltäglichen aufgaben immer wieder mitsingst. 
Bei neuen Songs ist es nicht so leicht fröhlich mit zu trällern. Der Text ist noch nicht gespeichert, die Melodie zu unbekannt etc. Mache es Dir zur Gewohnheit, Sachen auf diese Art und weise auswendig zu lernen. Das Tor zu mehr Musikalität wird weit für dich geöffnet, ohne das Du auch nur einmal Drumsticks in den Händen gehalten hast.
I'm a Sucker for a good Guitar Solo! Eine meiner Lieblingsplatten ist "Candyman" von Steve Lukather und den Los Lobotomys. Speziell der 9 minütige Song "Never Walk Alone" hat es mir angetan. So kam es, das ich nach einiger Zeit die kompletten Gitarren Soli von Steve mitsingen konnte, dabei bin ich noch nicht mal Gitarrist.
Füttere Deinen musikalischen Geist nicht nur mit Nutella oder Wurstbroten, Schnitzel mit Pommes und Ketchup oder Majo...Bananen, Nüsse, Salat, Kiwi, Karotten sollten auf dem mentalen Übe Speiseplan stehen! Oder wie es der großartige Schlagzeuger Bill Bruford in einem Interview auf den Punkt brachte: " Eat your Brokkoli!" ...nicht nur auf Lernende Art